Zahnarztpraxis Alexander W.Petkow 

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        Parodontologie

 

 


Die Parodontitis ist ein entzündlicher Krankheitsprozess, der sich in dem Verlust des Zahnhalteapparates zeigt, d.h. des Zahnfleischs und des Knochens, in denen der Zahn verankert ist.

Bevor es zu einem Rückgang des Zahnhalteapparates kommt, ist eine Entündung des Zahnfleisches vorhanden. In der Mundhöhle vorkommende Bakterien sind dafür die Ursache. Auch weitere Faktoren wie eine Überbelastung durch Bruxismus oder schlecht platzierte Piercings können die Krankheit verschlimmern .

Der 1921 von Weski eingeführte Begriff "Parodontose" war ursprünglich als Sammelbegriff für sämtliche Erkrankungen (entzündlich und nicht-entzündlich) des Zahnbettes gedacht. Seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts gilt jedoch die oben erwähnte Unterscheidung.

Man unterscheidet in eine apikale (von der Wurzelspitze ausgehende) und eine marginale (vom Zahnfleischsaum ausgehende) Parodontitis. Ursache für die apikale Parodontitis ist ein marktoter Zahn, die Therapie besteht in einer Wurzelkanalbehandlung, einer Wurzelspitzenamputation oder dem Entfernen des Zahnes.

Marginale Parodontitis:

Die marginale Parodontitis wurde früher als Folgeerkrankung der Gingivitis (Zahnfleischentzündung) angesehen. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der bei der Parodontitis vorhandene, röntgenologisch nachweisbare Knochenabbau, während die vertieften Zahnfleischtaschen bei der Gingivitis durch die entzündliche Schwellung der Gingiva zustande kommen. Der Übergang von der Gingivitis zur Parodontitis ist nicht zwangsläufig und vom Vorhandensein einer ererbten oder erworbenen Prädisposition des Immunsystems abhängig, bei der körpereigene Abwehrzellen auf Bakterienbruchstücke überschießend reagieren und so gleichzeitig den die Zahnwurzel umgebenden Knochen zerstören. Die marginale Parodontitis kann schmerzhaft sein, verläuft aber zunächst vom Betroffenen eher unbemerkt. Im Verlauf der Erkrankung können als Symptome Zahnfleischbluten, Mundgeruch (Halitose), Rückgang des Zahnfleischs, Eiterbildung am Zahnfleisch, Zahnlockerung und im Endstadium Zahnverlust auftreten.

Risikofaktoren für die Parodontitis sind:

    Plaque
    Zahnstein
    das Vorhandensein bestimmter Bakterien bzw. ein Lebenspartner   mit bestehender Parodontitis (Ansteckung!)
    überschießende Reaktionen des eigenen Immunsystems
    offene Zahnkaries
    Tabakkonsum. Raucher haben verglichen mit Nichtrauchern ein    4- bis 6-fach erhöhtes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln.
    Mundatmung
    Diabetes mellitus
    genetische Prädisposition

Die Therapie besteht heute darin, den Entzündungszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates zu beseitigen und Plaque und Zahnstein, sowie entzündungsfördernde Faktoren zu beseitigen. Da aber die Parodontitis ein Ausdruck eines erfolgreichen bakteriellen Angriffs gegen die einst intakte Grenze Zahn–Zahnfleisch ist, ist klar, dass auch nach erfolgreicher Beseitigung dieser Entzündung die Gefahr des Rückfalls fortbesteht. Besonders die vierteljährliche professionelle Zahnreinigung bietet unterstützend die Chance, per verbesserter Abwehr des bakteriellen Angriffs zu einem Dauererfolg der Therapie zu führen.

Parodontitis wird durch das Vorhandensein bestimmter Bakterienarten und durch mangelhafte Zahnpflege begünstigt.

Parodontitis ist ein Risikofaktor für medizinische Probleme. So gilt ein Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Herzinfarkten oder von Frühgeburten und auch von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises als wissenschaftlich gesichert.

Parodontitis ist eine "Volkskrankheit", fast jeder ist im Laufe seines Lebens irgendwann mehr oder weniger stark betroffen. Bei den über 40-Jährigen gehen mehr Zähne durch Parodontitis verloren als durch Karies.

 

Abrechnung bei gesetzlich Versicherten

Seit dem 1. Januar 2004 wurde die BEMA-Ziffer 04 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen neu aufgenommen: 1x alle zwei Kalenderjahre ist die Erstellung eines Parodontalen Screening-Indexes (PSI) abrechenbar. Dabei werden alle Zahnfleischtaschen sondiert, um einen Überblick über eventuell vorliegenden Knochenabbau zu erhalten und möglichst frühzeitig eine Therapie einleiten zu können.


In Deutschland kann die Entfernung des Zahnsteins (BEMA-Ziffer 107) im Rahmen der GKV nur einmal im Jahr abgerechnet werden - in Fachkreisen wird dies als völlig unzureichend angesehen, gerade im Hinblick auf die Parodontitis-Prophylaxe.

Die eigentliche Parodontitisbehandlung, die Kürettage, wird nach vorheriger Kostenzusage von den gesetzlichen Krankenkassen im eingeschränkten Umfang der Richtlinien bezahlt. Evtl. Zusatzleistungen wie professionelle Zahnreinigung oder die Bestimmung der Bakterien oder des genetischen Risikos muss der gesetzlich versicherte Patient selber tragen.


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